Wolfgang Bittner

04109 Leipzig
Deutschland

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Farbraum – Farbtraum
Der kontrollierte Zufall in der Malerei von Wolfgang Bittner.
Ihn interessieren eigentlich nur die Farben, konstatiert Wolfgang Bittner, gefragt nach seinem Hauptinteresse an der Malerei. Diese vielleicht zunächst lapidar erscheinende Antwort verweist auf die konsequent malerische Haltung des Künstlers.
In der Betrachtung der Werke löst sich diese Äußerung über die Faszination an der Farbe sogleich ein. Die mittel- bis großformatige Arbeiten sind geprägt von intensiver Farbigkeit, die zumeist einem einheitlichen Kanon folgen. Keine abbildhaften Schemen oder Figurationen als Anleihe einer gegenständlich erfahrenen Welt sind Ausgangspunkt und Orientierung im Kunstschaffen Wolfgang Bittners. Vielmehr sind es geistige, emotionale Schwingungen, die Ursprung seines malerischen Ausdrucks sind.
Die Intensität dieser Malerei liegt in der Aussagekraft der im Stile des Informel gearbeiteten Bilder. Ohne auf materiell Fassbares zu rekurrieren, offerieren diese Werke den Betrachterinnen und Betrachtern einen eigenständigen Erlebnisraum. Wolfgang Bittner arbeitet, indem er seine Leinwände nicht auf einer Staffelei positioniert. Auf der Erde liegend werden die Bildträger mit Farbflüssen bedeckt. Im malerischen Akt nutzt der Künstler durch Heben und Senken der Bildfläche den dem Material eigenen Ausdehnungswillen. Anschließend werden besondere Partien mit dem Pinsel weiterbearbeitet.
Malerei ist ein Experimentierfeld. Der Malprozess vollzieht sich schnell und in extremer Konzentration – ähnlich einem Tänzer agiert der Künstler gewandt und kontrolliert. Seine Bilder sind mit dem Einsatz des ganzen Körpers gemalt.
Für seinen malerischen Ausdruck nutzt Wolfgang Bittner einerseits den Zufall der sich ausbreitenden Farbe, wenn er die Leinwand kippt. Gleichermaßen aber sucht er auch nach Kalkül, wenn er in den sich ereignenden Prozess eingreift. Die vormalige Ressorttrennung von Körper, Geist und Seele scheint in dieser Malerei aufgehoben zu sein. Zufälliges, das sich während der Malvorgangs ereignet, wie beispielsweise unerwartete Farbverläufe, werden nicht gelöscht, sondern ins Bildganze integriert.
Jegliche Gegenständlichkeit auszusparen und auch gezielt geführte Pinselbewegungen auf ein Minimum zu reduzieren, verlagern den Schaffensprozess vom Bereich des Bewussten ins Un(ter)bewusste. Dies geschieht in der Malerei von Wolfgang Bittner. Nicht die dem Menschen eigene Ratio, die kognitive Leistung steht im Vordergrund der Arbeit, vielmehr akzeptiert der Künstler die malerischen Mittel in ihrer Eigenständigkeit. Der Künstler lässt sich in seinen Bewegungen un(ter)bewusst leiten und arbeitet mit der sich fließend bewegenden Farbe gleichsam in einem Dialog. In der Kunst Wolfgang Bittners ist Malerei eher eine Auseinandersetzung, Gespräch mit Farben, denn über Farben.
Die Präsenz der Farbe, die als Farbwert sowie als Material, in diesen Werken im Vordergrund steht, wird bisweilen durch einen besonderen Malgrund betont. Der Ausdruck der Farbe wird z.B. durch den als Bildträger verwandten Samt unterstrichen. Ähnlich dem sich sphärisch ausbreitenden Farbraum suggeriert die Materialität des Bilduntergrundes eine weiche weite Tiefe.
Überzeugen die Bilder von Wolfgang Bittner aus der Distanz betrachtet durch einen intensiven räumlichen Eindruck, so erfährt der Betrachter in der Nahsicht, dass diese Tiefensuggestion bisweilen durch einen extrem dünnen Farbauftrag erreicht wurde. Häufig schimmert der Bildträger durch die Farbschicht hindurch. Faszinierend ist, wie der Künstler anhand diese relative geringen Materialität eine derart starke Farbwirkung erzeugt. Diese Malerei ist frei von der Suche nach Dramatik oder Lust am Sensationellen, nach auftrumpfendem Pathos oder spektakulären Auftritten richtet Wolfgang Bittner sein Werk nicht aus. Als eher wortkarg den redselig könnten seine Bilder charakterisiert werden. Farbträume des Kosmos.
Das rein Malerische, die lebendig strömende Farbe sind für Wolfgang Bittner ein Abenteuer, dem er sich in intensiver Auseinandersetzung widmet. Der Malerei tagtäglich mit Frische und Unbefangenheit begegnen ohne den Ausgang zu kennen, ohne festen Plan und ohne ästhetisches oder gar ideologisches Programm, das ist das Abenteuer.

Andrea Fink

Wolfgang Bittner’s Werke

Block

Einraum

Dachterrasse

Aufgang

Torhaus

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